Tomaten-Ziegenkäse-Quiche mit Brotteig-Boden

Beitragsbild Tomaten-Ziegenkäse-Quiche mit Brotboden

Sicherlich habe ich schon mal eine Quiche gegessen – irgendwann, vor Ewigkeiten. Die einzelnen Zutaten weiß ich nicht mehr, aber da ich seitdem keine mehr gegessen habe wird sie mich damals geschmacklich nicht wirklich begeistert haben. Vor einem Monat war ich dann zusammen mit zwei Freunden für ein paar Tage in Paris. Um unseren überwältigenden Hunger zu stillen, haben wir uns dort eines späten Morgens dazu entschieden Frühstück und Mittagessen zu kombinieren und in einer kleinen Brasserie in der Nähe vom Sacré-Cœur, unweit unserer Unterkunft, essen zu gehen. Nachdem wir uns über die Sprachbarriere hinweg verständlich gemacht hatten, bekamen wir also unser Essen serviert – eine riesige Portion Quiche. Ob das grandiose Geschmackserlebnis auf unseren Hunger oder auf die Qualität des Essens zurückzuführen war bleibt bis zum nächsten Aufenthalt in Paris wohl zunächst ungewiss – auf jeden Fall hat mich das Essen aber so sehr begeistert, dass ich es mir in den Kopf gesetzt hatte dieser französischen Spezialität auch zu Hause nochmal eine Chance zu geben. Beim Mottokochen anlässlich des EM-Halbfinales Deutschland gegen Frankreich war dann endlich der Zeitpunkt gekommen mein eigenes Quiche Rezept auszuprobieren. Und was soll ich sagen – diese Quiche wird es sicherlich nicht zum letzten Mal bei uns gegeben haben.

Quiche-Zutaten-und-Teig

Bei der Suche im Internet finden sich zahlreiche Rezepte für Quiches – klassisch als Lorraine, mit Mürbeteig-, Blätterteig- oder ganz ohne Boden. Fasziniert hat mich als großer Brotfan jedoch die Feststellung, dass Quiches früher mit einem Boden aus Brotteig hergestellt wurden. Ich habe also am Vorabend der geplanten Quiche Produktion eines meiner liebsten Brotbackbücher, das Brotbackbuch Nr.1 von Lutz Geißler (ploetzblog.de), nach der idealen Teigzusammensetzung durchblättert und schließlich, in Anlehnung an die ‚Schusterjungen‘ aus diesem Buch, das Rezept für meinen Quiche-Brotboden entwickelt. Die Basis ist ein Roggen-Weizen Gemisch, welchem mit Hilfe von Sauerteig sowohl Aroma als auch eine bessere Bekömmlichkeit verliehen wird. Den Sauerteig dafür habe ich vor einiger Zeit selber angesetzt. Man kann für dieses Rezept aber auch welchen im Supermarkt kaufen oder aber man fragt beim Bäcker seines Vertrauens danach. Zur Lockerung des Quiche-Bodens wird in diesem Rezept frische Hefe genutzt. Bei der im Rezept angegebenen Menge sorgt sie nicht für einen starken Trieb, sondern nur dafür, dass man sich nicht die Zähne am Teig ausbeißt. Eine wirklich wünschenswerte Eigenschaft für ein leckeres Essen ;o). Vor dem eigentlichen Backen der Quiche sollte der Boden separat vorgebacken werden um zu vermeiden, dass das Schlussresultat matschig statt knusprig wird. Die abgeschnittenen Teigreste, die nach dem Auslegen der Quiche-Form übrig sind, drücke ich einfach platt und gebe sie mit in den Ofen bis sie außen knusprig sind – ein kleiner Pre-Dinner-Snack kann niemals schaden und schließlich will man ja wissen wie der Boden seiner Quiche schmeckt.

Vorbereitete-Quiche

Lauch, Zwiebel und Kochschinken verleihen der Basis der Quiche geschmackliche Substanz, der Emmentaler gibt der Füllung zusätzlich etwas mehr Würze. Während die Tomaten für Frische und Süße sorgen, sorgt der Ziegenkäse dafür, dass die Quiche ebenso einen cremigen, herzhaften Geschmack hat. Bei mir braucht die Quiche etwa 40 Minuten im Ofen bis die Füllung in der Mitte genauso fest wie am Rand ist. Dazu kann man zur Kontrolle einfach mit einer Gabel an zwei Stellen in die Füllung pieken und schauen ob die Konsistenz in etwa gleich ist (Füllung am Rand vs. Füllung in der Mitte).

Tomaten-Ziegenkaese-Quiche-mit-Brotteig-Boden

Tomaten-Ziegenkäse-Quiche mit Brotteig-Boden

rezeptbutton_rot
Zutaten:

Für den Teig:

  • 200 g Weizenmehl (Typ 550)
  • 100 g Roggenmehl (Typ 1150)
  • 200 ml Wasser
  • 5 g Salz (ca. 1 gestr. TL)
  • 3 g frische Hefe (Größe einer Murmel)
  • 25 g Sauerteig

Für die Füllung:

  • 1 Stange Lauch
  • 1 große Zwiebel
  • 200 g Kochschinken
  • Olivenöl
  • 3 Tomaten
  • 200 g Ziegenkäse (1 Rolle)
  • 4 Eier
  • 200 g Creme Fraiche
  • 100 ml Sahne
  • 100 g Emmentaler, gerieben
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:

Für den Teig die beiden Mehlsorten, Salz, Wasser und Sauerteig in eine Schüssel geben. Die Hefe hineinbröckeln und alles gut verkneten. Der Teig sollte nun leicht klebrig aber gut verbunden sein. Abgedeckt für etwa eine Stunde beiseite stellen.
Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer großzügig mit Roggenmehl bemehlten Oberfläche auf die Größe der Quiche-Form (hier: ⌀ 28cm) ausrollen. Diesen dann mit Hilfe des Nudelholzes in die Form heben und an Boden und Rand festdrücken. Den überstehenden Teig rundherum abschneiden. Mit einer Gabel den Teig überall einige Male einstechen.
Den Brotboden nun für 20 Minuten vorbacken.
In der Zwischenzeit den Lauch putzen, der Länge nach vierteln und in Streifen schneiden. Die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. Den Kochschinken ebenfalls würfeln.
Eine Pfanne mit etwas Olivenöl erhitzen. Zwiebel und Lauch hineingeben und alles dünsten bis der Lauch eingefallen ist und die Zwiebeln glasig sind. Nun den Kochschinken dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Tomaten und den Ziegenkäse in etwas dickere Scheiben schneiden.
Die Crème Fraîche in eine Schüssel geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eier, Sahne und Emmentaler zur Crème Fraîche geben und alles gut verrühren.
Wenn der Boden fertig gebacken ist die Lauch-Zwiebel-Füllung darauf verteilen und die Eiermasse darüber geben. Zuletzt Tomaten und Ziegenkäse auf der Quiche arrangieren.
Erneut für etwa 35-40 Minuten backen bis die die Füllung in der Mitte der Quiche genauso fest wie am Rand und die Oberfläche gold-braun ist.

Das Rezept reicht für 4 Personen als Hauptspeise.

Quiche Reste

Eigentlich dachte ich, dass von der Quiche nach dem Essen noch etwas übrig bleibt – dann hätte ich sie noch hübsch angeschnitten präsentieren können. De facto ist das hier aber der kleine Anstandsbissen den 5 Personen als zweiten Gang eines 3-Gänge-Menü übrig gelassen haben. Es scheint also nicht nur mir ausgesprochen gut geschmeckt zu haben.

 

Liebe Grüße Ale

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.